Das NFP 58
Religiöse Vielfalt Noch vor wenigen Jahrzehnten prägten vor allem die Landeskirchen die religiöse Landschaft der Schweiz. Heute bestimmt Vielfalt das Bild. Mit den Einwanderern haben sich neue Religionsgemeinschaften niedergelassen. In der Schweiz finden sich heute neben den Mitgliedern der Landeskirchen und Juden vor allem auch russisch- oder griechisch-orthodoxe Christen, Hindus, Buddhisten oder Muslime verschiedener Richtungen.
Gewandelt hat sich auch die Situation der Landeskirchen. Immer weniger Mitglieder besuchen regelmässig Gottesdienste, immer mehr treten aus der Kirche aus. Gleichzeitig blühen Freikirchen und esoterische Bewegungen auf.
Religionen, Staat und Gesellschaft Die neue Situation hat das Thema Religion wieder ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Engagiert wird über den Bau von Minaretts und buddhistischen Tempeln oder die Gestaltung des Religionsunterrichts in den Schulen diskutiert. Tatsächlich stellen sich Staat und Gesellschaft neue Probleme. Wie lassen sich die verschiedenen neuen Religionsgemeinschaften erfolgreich in die Schweiz integrieren? Wie verständigen sich die verschiedenen Religionen untereinander und wie mit den nicht religiösen Bevölkerungsanteilen? Muss der Staat sein Verhältnis zur Religion und den Religionen überdenken und eine aktivere Rolle spielen als bisher?
Verstehen und Verständigen Um diese Fragen zu beantworten hat der Bundesrat am 2. Dezember 2005 das Nationale Forschungsprogramm «Religionen in der Schweiz» (NFP 58) bewilligt und mit 10 Millionen Franken dotiert. Die Forschungsprojekte haben eine Laufzeit von drei Jahren. Die wissenschaftlichen Arbeiten laufen seit Sommer 2007. Das NFP 58 verfolgt drei Ziele. Es soll:
- die grundlegenden Veränderungen in der Religiosität der Einzelnen und der religiösen Landschaft untersuchen;
- Grundlagen für die Gestaltung von Religions- und Bildungspolitik liefern;
- untersuchen, wie das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Religionsgemeinschaften, aber auch religiöser und nicht-religiöser Menschen gefördert werden kann.
Das NFP 58 ist interdisziplinär angelegt. In den 28 bewilligten Projekten arbeiten Forschende aus Religionswissenschaft, Soziologie, Geschichte, Theologie, Ethnologie, Islamwissenschaft, Tibetologie, Politikwissenschaft, Kommunikationswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Pädagogik, Sozialpädagogik und Gerontologie.
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