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Modul 1:
Religiöse Vielfalt und Schweizer Gesellschaft
 

Öffentliche Präsenz und veränderte Geschlechterrollen von tamilischen Hindus und vietnamesischen Buddhisten in der Schweiz

Seit den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts leben Flüchtlinge aus Vietnam und Sri Lanka in der Schweiz, darunter knapp 10'000 vietnamesische Buddhisten und gut 30'000 tamilische Hindus. Die zwei religiösen Gruppierungen waren bislang nur selten in der Öffentlichkeit präsent. Ihre Pagoden und Tempel wurden von der Mehrheitsbevölkerung kaum wahrgenommen. Mit dem Heranwachsen der zweiten Generation und dem gestiegenen Grad rechtlicher, sozialer und ökonomischer Verankerung treten beide Gruppen nun öffentlich deutlicher in Erscheinung. Ermöglicht wird dieser Schritt durch Formen der Gemeinschaftsbildung. In diesem Zusammenhang ist eine Verschiebung religiöser Praktiken vom häuslichen Bereich zum sakralen Gemeinschaftsort festzustellen. Dies wirft Fragen zur religiösen Autorität und zu den Geschlechterrollen auf.

Ziel
Das Projekt erforscht die Strategien gesellschaftlicher Positionierung und migrationsbedingter Veränderungen von Geschlechterrollen. Die vergleichende Analyse lässt den Zusammenhang von Migration, Religion und gesellschaftlicher Eingliederung auf der einen und gruppeninternen Rollenverschiebungen auf der anderen Seite deutlich werden.

Bedeutung
Das Forschungsprojekt ist ein Beitrag zum Verständnis des alltäglichen und des rituell-religiösen Lebens der tamilischen Hindus und vietnamesischen Buddhisten. Es wird sich zeigen, dass die Zugehörigkeit zu fremden Religionen und die gesellschaftliche Integration gut zusammengehen können. Die gewonnenen Informationen versachlichen die gesellschaftliche Diskussion und können dazu beitragen, Exotisierungen wie auch Stigmatisierungen vorzubeugen. Für Behörden und Politik sollen wissenschaftlich fundierte Entscheidungsgrundlagen erarbeitet werden.

Originaltitel: Zugewanderte Religion, öffentlicher Raum und Wandel von Geschlechterrollen tamilischer Hindus und vietnamesischer Buddhisten in der Schweiz.

Projektstart: 1. Juni 2007
Projektdauer: 36 Monate
Budget: 282'524 Franken

Schlussbericht

Summary Sheet



Prof. Dr. Martin Baumann
Religionswissenschaftliches Seminar, Universität Luzern
Kasernenplatz 3
Postfach 7455
6003 Luzern 7


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Lausanne, Dezember 2004:
Eine Chanukkia leuchtet zur Feier des Lichterfestes in der Petite Synagogue. (Photo: Strates/Kakulya, Mingard)